Recht

Aug. 11, 2015

Adblock-Gegner mit einem Satz widerlegt

Einige Werber klagen wieder gegen Adblock. Schön dabei ist, dass sich ihre Argumentation mit einem Satz zerlegen lässt:

So würde die Werbung bei Einsatz von Adblock Plus erst gar nicht ausgeliefert. Für das Ausfiltern sei nicht der Nutzer, sondern die Autoren der Software verantwortlich. "Das Produkt kommt beim Kunden bereits beschädigt an", erklärte der Anwalt.

Passende Antwort: "Ich beauftrage jemanden das Produkt für mich in Empfang zu nehmen und zu beschädigen, weil ich es lieber beschädigt nutzen möchte."

Üblicherweise ist es der Kunde, der ein Interesse daran hat, dass das Produkt unbeschädigt ist. Hat Axel-Springer es statt der Leser, kommt man wieder zu der überstrapazierten Frage: "Bin ich der Kunde oder das Produkt?"

Kategorien Recht Software
Tagged Adblock Gericht Prozess Axel-Springer Verbot
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Okt. 18, 2008

Journalismus & Recherche Was tun, wenn der Staatsanwalt klingelt?

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Schöner Essay zu Hausdurchsuchungen, und warum man unter keinen Umständen etwas aussagen würde. Und wer meint, ihn kann es nicht treffen:

Vetter: „Nach zehnjähriger Erfahrung kann ich sagen, dass ein Anfangsverdacht ausreicht, der so gering ist, dass jeder, der einen PC mit Anschluss ans World Wide Web hat, damit zugleich Objekt einer Hausdurchsuchung werden kann.”
Passend dazu zwei Videos verlinkt von Bruce Schneier: Why You Should Never Talk to the Police.

Fazit aus den Videos: Sag nichts aus, auch wenn du es für entlastend hälst, denn es kann nicht helfen, aber im schlimmsten Fall schaden. Einen Hausdurchsuchungsbefehl kann man nicht durch schöne Worte abwenden.

Kategorien Recht
Tagged Polizei Hausdurchsuchung Staatsanwalt
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Juni 20, 2008

Soup Kritik

Ich schrieb bereits über den µ-Blog soup.io. An sich eine schöne Sache, allerdings scheint mir näher betrachtet das ganze ein wenig an Content-Klau zu grenzen.

Der Comic von gestern Morgen wurde über das_system, der meinen Blog per soup abboniert hat automatisch auf der Seite gepostet. In den Statistiken gingen die Zugriffe(und soup.io referer) hoch, und ich habe mich gefreut dass der Comic anscheinend gut ankommt. Ich habe damit persönlich kein großes Problem, obwohl ich mich natürlich über Besucher auf der Seite mehr freue als über Leute die einfach nur das Bild sehen und sich nichts weiter dabei denken.

Als mich dann mal interessiert hat warum so viele von soup zum Blog kommen, obwohl das Bild doch dort schon eingebunden ist, fiel mir auf, dass die ganzen neuen Besucher alle nur das favicon.ico geladen haben. Der Comic selber liegt auf einem anderem Domainnamen, daher fällt das Bild selber in der Blogstatistik nicht ins Gewicht.

Nun gut, ich freue mich natürlich, aber das ist ja nicht bei allen Leuten so. Zum Beispiel der Lawblog hat schon drastisch darauf reagiert, dass jemand seine Beiträge einfach einbindet. Und das ist soweit ich weiß keiner der Serienabmahner die nur nach einem Anlass suchen.

Zusammenfassend sind es vor allem diese vier Punkte:

  • Wenn jemand Fremdes den Feed einer Seite zu seinem Profil hinzufügt, erstellt er quasi einen Planet(Zusammenfassung mehrerer Blogs), wie es der Grund der Verärgerung beim Lawblog war. (das_system, du hast auch den lawblog mit drin, vielleicht solltest du das ändern!)
  • Wenn jemand einen Feed eingebunden hat, werden die Bilder von der Originalseite geladen. Das wird von vielen nicht gerne gesehen, weil es neben Inhalt auch Traffic "klaut".
  • Wenn jemand ein großes Bild einbindet, legt soup.io es verkleinert bei sich auf den Server. Das ist an sich meistens eine Urheberrechtsverletzung, außerdem hat der Urheber keine Möglichkeit es nachträglich zu ändern oder wieder zu löschen.
  • Außerdem sind an Beiträgen, aber auch oben bei der Abo-Übersicht die Favicons Hotlinks. Dadurch bekommt der Seitenbetreiber viele "falsche" Hits, was sicher auch nicht von allen gerne gesehen wird.
Ist es also nur eine Frage der Zeit, bis soup.io von irgendwem abgemahnt wird? Oder können die das auf die Nutzer, welche das Bild eingebunden haben abschieben? Riskiert vielleicht jeder Nutzer gerade eine Abmahnung, wenn er mal eben auf "post to Soup" klickt um ein fremdes Bild einzubinden?

[UPDATE] "Bug" im soup.io Bugtracker dazu

Kategorien Recht
Tagged Urheberrecht soup.io Soup Copyright Contentklau Hotlink Traffic Favicon favicon.ico License Lizenz
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April 22, 2008

Abreißkalender Grundgesetz

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht auch nach dem Kompromiss über heimliche Online-Durchsuchungen noch Diskussionsbedarf. Bund und Länder müssten in Ruhe darüber reden, ob die im Grundgesetz garantierte Unverletzlichkeit der Wohnung ([Artikel 13]) das "heimliche Betreten" einer Wohnung zulasse, sagte Schäuble der Leipziger Volkszeitung.
(Heise)

Es sollte doch jedem Klar sein, dass der Artikel genau gegen "das heimliche Betreten einer Wohnung" geschrieben wurde!

Kategorien Demokratie Recht
Tagged Grundgesetz BKA-Gesetz Hausdurchsuchung Abreißkalender GG§13
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April 19, 2008

Neuste Piratebay Idee: Baywords

Wer kritische Inhalte bloggen möchte, oder einfach vor Copyright- und Markenabmahnungen sicher sein will, findet bei dem Piratebay-Projekt baywords.com eine Möglichkeit seinen Blog zu hosten. Laut Piratebay ist dort alles erlaubt, was nicht gegen die schwedischen Gesetze verstößt.

Andere nette Projekte von thepiratebay sind unter anderem:

  • slopsbox - einmal E-Mail Addressen zur Spamvermeidung
  • bayimg - unzensierter Bilderhoster

Kategorien Recht
Tagged Blog baywords Hoster slopsbox bayimg thepiratebay
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März 19, 2008

Bundesverfassungsgericht bremst Vorratsdatenspeicherung

Das Bundesverfassungsgericht hat in einer Entscheidung zum Eilverfahren den Zugriff auf die Vorratsdaten beschränkt. Der AK-Vorratsdatenspeicherung fordert als Konsequenz den Rücktritt von Brigitte Zypries.

Mir scheint die Entscheidung jedoch zu milde, denn ...

  • Laut den Befürworten wird die VDS sowieso nur für schwere Fälle genutzt. Es kann also passieren, dass die Befürworter sagen: Wenn dem so ist, müssen wir ja gar nichts ändern. Toll!
  • Daten die vorhanden sind werden missbraucht. Da das sowieso illegal ist, wird der Missbrauch durch die Entscheidung nicht eingeschränkt. Hier hilft nur Speicherung aussetzen.
  • Gesetze wurden schon in der Vergangenheit nicht so genau befolgt, zum Beispiel als der Bundestrojaner ohne Legitimation eingesetzt wurde, mit der Begründung, dass eine Anweisung dazu vorlag.
Die Hauptentscheidung wird laut Heise wohl erst gegen Ende des Jahres erfolgen. Außerdem sehen die Verfassungsrichter ein Problem darin zu sehr in die Gesetzgebung einzugreifen.

Man kann hoffen, dass sie eher in die Gesetzgebung eingreifen, als diesen gravierenden Eingriff in die Privatssphäre der Bürger zu tolerieren.

[UPDATE] Nach dem Lesen diverser weiterer Quellen sehe ich allerdings ein, dass die Entscheidung jetzt das Hauptsacheverfahren nicht vorweg nehmen sollte, um nicht am Ende kontraproduktiv zu wirken. Bis Ende 2008 dürfen die Provider ja auch selber das Logging noch aussetzen, bzw. müssen es erst 2009 funktionsfähig aktiviert haben. Hier wäre eine gute Möglichkeit für die Provider Farbe zu bekennen.

[UPDATE] Und so sieht ein gebremster Datenhamster(er) aus.

Kategorien Politik Recht Urheberrecht
Tagged Bundesverfassungsgericht Verfassungsklage Brigitte Zypries Zypries Vorratsdatenspeicherung
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Dez. 31, 2007

30.000 Bürger klagen gegen die Vorratsdatenspeicherung

Wie geplant ist heute die Verfassungsklage und ein Einantrag gegen die Vorratsdatenspeicherung eingereicht worden.
Die vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung initiierte Verfassungsbeschwerde gegen die sechsmonatige Speicherung aller Verbindungsdaten ist heute beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingereicht worden. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik haben rund 30.000 Menschen einen Rechtsanwalt mit der Erhebung einer Verfassungsbeschwerde beauftragt. Der Arbeitskreis veröffentlicht zugleich Empfehlungen zum Schutz vor der ab 2008 geltenden „Totalprotokollierung der Telekommunikation“.
Jetzt bleibt zu hoffen, dass Karlsruhe auch erkennt, dass der Bürger mit der Vorratsdatenspeicherung nicht mehr frei in seiner Kommunikation ist, und Journalisten ihre Informanten verlieren. Anwälte, Seelsorger, Priester und Beratungsstellen können wegen der Vorratsdatenspeicherung nicht mehr mit anonymen Kontakten kommunizieren. Jemand der eine AIDS-Hotline anruft wird als "eventuell betroffen" erfasst, selbst wenn er sich nur wegen Bekannten oder zur Vorsorge informiert.

Aber das ist ja vermutlich den Lesern hier schon bekannt. Wenn nicht findet man noch mehr Gründe gegen die Vorratsdatenspeicherung auf www.vorratsdatenspeicherung.de.

Kategorien Politik Überwachung Anonymität Datenschutz Recht Urheberrecht
Tagged Klage Aktionen Verfassungsklage Verfassung Karlsruhe Vorratsdatenspeicherung
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Dez. 7, 2007

Jeder Blogger ein Zensor? [UPDATE]

[UPDATE(28.07.08)] AG Frankfurt/Main: Keine Vorab-Zensur bei Blogs und Foren

Spiegel online schreibt: Jeder Blogger ein Zensor?

Dabei geht es darum, dass ein Blogger aufgrund von Kommentaren in seinem Weblog verurteilt wurde, da er ja Vorzensur hätte ausüben können.

Nach Auffassung des LG Hamburg sei das schon dadurch gegeben, dass ein Webseitenbetreiber durch das bloße Anbieten eines freien Kommunikations-Forums die Möglichkeit für ein sogenanntes Äußerungsdelikt schaffe.
Bietet ein Blogger die Möglichkeit zu Äußerungsdelikten oder zur freien Meinungsäußerung an?!
Eine generelle Vorzensur aller Meinungsäußerungen in der öffentlichen Kommunikation verbindet man gemeinhin eher mit totalitären Staaten. Zahlreiche Kommentatoren quer durch die sogenannte Blogosphäre sehen schon die Meinungsfreiheit an sich bedroht - man kann verstehen, warum.
Internet und das aktuelle Rechtsverständnis passt immer weniger zusammen, vermutlich weil die meisten Anwälte, Richter, etc. zu wenig Ahnung vom Medium haben:
Das Hamburger Urteil deutet darauf hin, dass die beteiligten Richter gerade die Möglichkeiten freier Diskussion und öffentlicher Meinungsäußerung vornehmlich als Gefahr und nicht als Chance begreifen. [...] Rufe nach Zensur, zunehmender Kontrolle und Überwachung des Internet liegen leider im Trend.
Vielleicht sollte man in ein anonymes Netz wie Tor abwandern, wo Hidden-Services weder zensierbar noch überhaupt identifizierbar sind? Aber wer möchte sich schon gerne vertreiben lassen, und ratet mal wogegen die Politiker dann als nächstes wettern.

Niggemeiers Blog dazu

Kategorien Medien Zensur Recht
Tagged Blogger Blog Kommentar Kommentator Vorzensur Meinungsfreiheit Äußerungsdelikte Meinungsäußerung
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Dez. 4, 2007

Arcor soll Google sperren

VerbotenAls Demonstration der Lächerlichkeit der Porno-Sperre bei Arcor gibt es jetzt eine Klage gegen die Bildersuche von Google, weil pornographische Bilder dort ohne Jugendschutz zugänglich sind.

Zitat aus dem Heiseartikel:

Der Geschäftsführer von Huch Medien, Tobias Huch, will mit seinem Vorstoß der Justiz nun auf den Zahn fühlen und die Tragweite der Haftungsfreistellungen testen. "Das Gericht soll sagen, ob die Welt am deutschen Wesen genesen soll", erklärte der Unternehmer gegenüber heise online.

Kategorien Zensur Recht
Tagged Alterskontrolle Sperre Provider Google Huch
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Dez. 1, 2007

Privatssphäre im IRC oder Volltextsuche?

Gerade im IRC darauf hingewiesen worden: Unter irseek.com können komplette Chats nach Stichwörtern durchsucht werden. Woher die Volltexte stammen ist auf der Seite nicht angegeben, ebensowenig ob und wie man sich dagegen wehren kann dort zu erscheinen.
Inside the conversation window, you can highlight a certain user (or users), by clicking on their nickname in order to help you track a certain conversation. (von der Hilfe-Seite)
Die Seite, die sich selber als Hilfe-Datenbank versteht bringt damit die Chats von unzähligen Personen die absolut gar nichts davon wissen zusammen. Mit ein paar Stichproben konnte ich schon diverse Channel wie #linux, #ubuntu(diese natürlich in diversen Netzen), #chaosradio, #camp, ... finden.

Über die Technik steht auf der Seite nichts, aber es wird sich vermutlich um einen Bot handeln, da unwahrscheinlich ist, dass sie mit so vielen Netzbetreibern zusammenarbeiten. Wenn jemand weiß wie der Bot heißt, bzw. wie er zu identifizieren ist, wenn er sich nicht zu erkennen gibt, würde ich mich über einen Kommentar mit dem Hinweis freuen.

Neben der verletzten Privatsspähre wird natürlich auch das Copyright der Personen die sich eigentlich nur in einem Chat äußern wollten verletzt. Bleibt abzuwarten wann es die ersten Klagen gegen die Seite gibt.

[UPDATE] Aus dem IRC:

<...> nach nachforschungen in channel-logs mehrere channels hat sich ergeben, dass es vermutlich bots sind, die sich über tor verbinden, unterschiedliche nicks haben und immer einen zweistelligen benutzernamen vor dem @gateway/tor/ tragen

[Global Notice] Hi all! To those of you relying on tor for connections to freenode I am terribly sorry to inform you that non tor-gpg (http://freenode.net/irc_servers.shtml#tor) connections have been blocked. This block may be in place for at least a number of days while we try to deal with systematic abuse. Again, I apologise for the inconvenience and hope that we will find a solution soon. Thank you for using freenode and have a good day

Die "CTCP VERSION" gibt die Bots als mirc aus. Entweder möchte hier jemand verbergen dass es sich um Bots handelt, oder es wird tatsächlich mirc, dann vermutlich mit passenden Scripts zum loggen benutzt.

Einen Chat für die Opfer(bisher ohne IRSeek Bot) gibts im freenode in #irseek-victims und #irseek-victims-de

Links:

Kategorien Überwachung Anonymität Datenschutz Recht Technik
Tagged Urheberrecht Daten IRC Volltext Suche Logs Chat
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